1.FC Köln Fanclub Meckesheim 1993

Der Hennes

Jedes Kind kennt den 1.FC Köln als den Geißbock-Club. Aber wer kennt noch die Geschichten, die sich um das Tier, welches von Machern aus der Südstadt abfällig als "Ziege, die es plattzumachen galt" ranken? Köln war immer ein besonderer Verein, der erste in Deutschland, der sich ein lebendes Tier als Markenzeichen hielt. Die Hennes-Generation wurde zu einem Begleiter der Bundesliga. Werder Bremen schaffte sich auch mal einen Bock namens "Pico" an. Nicht mehr als eine Kopie. Und auch der (Stoff-) Löwe von 1860 München konnte einem Hennes nie den Hafer reichen. Der Eintracht-Adler ist gegen unseren Bock nur Federvieh. Zwei Typen im Duisburg-Zebra waren zwar kultig wie Uerdingens Linienrichter-attackierender "Grotifant", im Prinzip aber billig. Jedoch bei weitem besser als die Marketingtierchen wie das Freiburger "Füchsle", der VfB-Alligator "Fritzle", die "Chem-Cat" vom Chemnitzer FC und nicht zu vergessen der Löwe mit der Chemiewerbung. Doch all dieses hätte es wahrscheinlich ohne eine Frau nie gegeben. Zirkus-Chefin Carola Williams hatte die bahnbrechende Idee mit dem Geißbock. Sie stiftete das Tier und übergab den Geißbock während der 1951er FC-Karnevalssitzung im Zirkuszelt an der Aachener Strasse vor rund 2.000 Zuschauern an die Mannschaft. Das Baby hatte bei der Übergabe grosses Lampenfieber und pinkelte Hennes Weisweiler das Hemd voll. Der Name "Hennes" war geboren, eine Marke entstand. 1951 erschien dann auch die erste Ausgabe der Clubnachrichten mit den Titel "Der Geißbock" (Vorläufer vom heutigen "GeißbockEcho"). Und 1953 liess Präsident Franz Kremer dem Geißbock ein Spielertrikot nähen und verkündete, dass der "Hennes" nun offizielles Bestandteil des Vereinsemblems sei. Zwar gab es nach "Hennes" noch "Heinzchen" und "Oscar", aber letztendlich hatte sich doch die typische kölsche Zählweise für all seine Nachfolger durchgesetzt. Jeder Bock hieß somit "Hennes" und bekam wie ein Karnevalsprinz den Beinamen "der Erste" , "der Zweite" , usw.
Hennes der Erste durfte in einem Schuppen neben dem Franz-Kremer-Stadion wohnen und der "Boss" persönlich hielt den Bock bei Heimspielen in der alten Hauptkampfbahn manchmal an der Leine. Es war der Anfang der Legende von der "Geißbock-Elf". Fortan zierte das Vereinsemblem auf dem Trikot nicht nur die Domtürme, sondern auch ein über die Kathedrale springender Geißbock. Und das FC-Clubhaus erhielt - fast schon logisch - den Namen "Geißbockheim".
Er war definitiv kein Fussballfan. Vor dem Stadion soll er oft gezittert haben. Drinnen war er bockig, die 90 Minuten waren für ihn purer Stress.
Sein tragischer Tod beschäftigte sogar die Kripo. Eines Morgens lag das Tier vergiftet in seinem Stall, der Mord wurde nie aufgeklärt. Der damalige Präsident Oskar Maaß warüber den Verlust tief erschüttert. Geschäftsführer Hans-Gerhard König ließ das Tier daraufhin ausstopfen. Heute ist es immer noch an der Eingangswand in der Geschäftsstelle zu bewundern.
Der unbestrittene König der Dynastie der Geißböcke. Wurde 1978 Meister und Pokalsieger und durfte sogar die grosse Triumphfahrt mit Pott und Schüssel durch die Stadt mitmachen. Zu seinen Ehren wurde eigens ein FC-Lied komponiert "Unser Bock ist Meister, er hätt'se all jeputz" hieß der Titel, der heute noch auf so mancher Busfahrt auf irgendeiner Kassette zu hören ist. Köln ist halt eine verrückte Stadt.
Hennes der Fünfte kam mit der grossen Bürde, die ihm sein Vorgänger hinterlassen hatte, nicht zurecht. Trotzig warf er im Stadion die berühmte rotweisse Decke vom Leib. Der Tod ereilte ihn im Alter von 13 Jahren.
Das 0:1 gegen den Karlsruher SC war sein letztes Spiel. Er zog an der Leine, war ganz rappelig. Kein Witz: Hennes litt unter Krämpfen, fraß nicht mehr und musste im Alter von neun Jahren eingeschläfert werden.
Geboren am 13.02.1994 ist HENNES VII seit 1996 das aktuelle Maskottchen unseres FCs, der uns bislang Tragödien (Abstieg 97/98 und 01/02), aber auch den Wiederaufstieg 2000 beschert hatte. Unter der Obhut seines Besitzers Willi Schäfer, der übrigens seit über 40 Jahren sämtliche FC-Geißböcke in seinem Stall in Widdersdorf großzog, kein wirklich großer Erfolgsgarant bisher



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